Spezialunterricht: Besondere Massnahmen


Umsetzung des Artikels 17 Volksschulgesetz

Per August 2009 trat die Direktionsverordnung über die „Besonderen Massnahmen im Kindergarten und in der Volksschule“ (BMDV) vom 30. 08. 2008 in Kraft.
Sie setzt die Rahmenbedingungen für die Umsetzung des Artikels 17 des Volksschulgesetzes (VSG).: „Schülerinnen und Schülern, deren schulische Ausbildung durch Störungen und Behinderungen oder durch Probleme bei der sprachlichen und kulturellen Integration erschwert wird, sowie Schülerinnen und Schülern mit ausserordentlichen Begabungen soll in der Regel der Besuch der ordentlichen Bildungsgänge ermöglicht werden.“

Zielsetzung des Art. 17 ist, Stigmatisierung zu vermindern und die Chancengleichheit zu erhöhen. Um dies zu erreichen, findet vermehrt individuelle und differenzierte Förderung im Regelbereich statt. Bei separativen Schulungsformen wird die Durchlässigkeit zur Regelklasse erhöht.

Die Zuweisungsregion Wattenwil (Gemeinden Burgistein, Gurzelen, Seftigen und Wattenwil)  erarbeitete ein Konzept zum Thema „Schulische Integration“.
Dieses Konzept regelt die Veränderungen in der Einführungsphase ab August 2009, die Zielgruppen, die Förderangebote, die Organisationsformen und die Verteilung der Mittel.

Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln war es nicht möglich, in jeder Gemeinde jedes Angebot zu realisieren. Es soll aber jeder Schülerin und jedem Schüler innerhalb der Zuweisungsregion jedes Angebot zugänglich sein:
Wenn auf Grund von Abklärungen von Fachstellen angezeigt ist, dass ein Kind innerhalb der Zuweisungsregion Wattenwil punkto besonderen Massnahmen in einer Nachbargemeinde gefördert werden sollte (optimalste Förderung des Kindes), kann dieser Schritt vorgenommen werden. Die Schulleitung vor Ort hat in Zusammenarbeit mit der Schulleitung Spezialunterricht die Kompetenz die Versetzung zu genehmigen. Die Wohngemeinde bezahlt das anfallende Schulgeld, ohne dass zusätzlich ein entsprechendes Gesuch eingereicht werden muss.

 

Besondere Massnahmen / Spezialunterricht

Besondere Massnahmen dienen sowohl der individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern im Rahmen ihrer persönlichen Lernvoraussetzungen als auch der Entlastung von Regelklassen.
Die Lehrpersonen orientieren sich bei der individuellen Förderplanung und Festlegung der Lernziele bei der Unterrichtsplanung primär an den Stärken der Schülerinnen und Schüler und nicht an den Defiziten.

Der Spezialunterricht unterstützt Schülerinnen und Schüler bei besonderem Förderbedarf.
Dazu gehören:
• Lern-, Leistungs- oder Verhaltensprobleme bzw. Lernstörungen
• Störungen oder Beeinträchtigungen der sprachlichen Kommunikationsfähigkeit
• Beeinträchtigung in Bewegung und Körperwahrnehmung
• ausserordentliche intellektuelle Begabungen
Sämtliche Fördermassnahmen beruhen auf einer fachspezifischen Beurteilung der Lehrpersonen Spezialunterricht und bei Bedarf einer Abklärung des Förderbedarfs durch die Fachinstanz „Kantonale Erziehungsberatungsstelle und Jugendpsychiatrischer Dienst“ (EB/KJPD).
Darauf erfolgt je nach Situation ein Antrag an die Schulleitung der Zuweisungsregion Wattenwil oder an die Schulleitung der betreffenden Schülerin bzw. des betreffenden Schülers.
Schliesslich werden die beantragten Fördermassnahmen von der Schulleitung mittels schriftlicher Verfügung an die Eltern bestätigt:
• Integrative Förderung (IF)
• Logopädie (Logo)
• Psychomotorik (PM)  
 Standorte Seftigen und Wattenwil
• Klasse für besondere Förderung (KbF) 
 Standort Wattenwil
 KbF-Schülerinnen und –Schüler werden nach der 6. Klasse in den Regelklassen der Oberstufe in Seftigen integriert
• Einschulungsklasse (EK) 
 Standort Seftigen
• Integrative Lerngruppe 
 Standort Seftigen
• Integration von Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen
• Integration Fremdsprachige /Deutsch als Zweitsprache (DaZ)
• Begabtenförderung (BF) 
 Standort Seftigen